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FR, 4. Juli 2014, 20 Uhr, CCW: VUCCIRIA (ITA)

29 April 2014no comments Allgemein, ARCHIV

Vucciria HP2Benannt nach dem Altstadtmarkt von Palermo, erobern die spielfreudigen Musiker von VUCCIRIA im Handumdrehen das Publikum und versprühen Sizilianisches Feuer und ansteckende südländische Fröhlichkeit. Nicht nur das musikalische Können der Instrumentalisten gepaart mit den außergewöhnlichen Stimmen von Guiseppe Perna und Toti Denaro, sondern auch ihre Showeinlagen machen es dem Publikum unmöglich, sich ihrem unvergleichlich mitreißenden Charme zu entziehen. „Tarantella“ heißt eines der Zauberworte, mit denen ihnen das gelingt. Dieser Tanz soll dereinst sogar ein Naturheilverfahren gewesen sein: Musikanten spielten auf Sizilien für von der Tarantel gestochene Zeitgenossen auf und die tanzten dann buchstäblich wie verrückt los, schwitzten wie irre, und dadurch wurde das Gift wieder aus dem Körper transportiert.

 

In überlieferten Volksweisen und Eigenkompositionen kommt immer wieder der kulturelle Reichtum der Mittelmeerinsel zum Ausdruck und wird mit dem virtuosen Spiel der Instrumentalisten, wie Nicolo Loro Ravenni am Saxophon und an der Klarinette unterstrichen. Emanuel Maze begleitet die Kompositionen am Akkordeon mit allen Finessen, Guiseppe Perna hebt mit seiner Maultrommel den Charakter der einzelnen Weisen besonders hervor und Toti Denaro bezaubert mit gekonntem Mandolinenspiel. Die temperamentvolle Kommunikation zwischen Musikern und Publikum wird immer wieder durch kleine Anekdoten und das Mitsingen des Refrains belebt.

 

Guiseppe Perna (Gesang, Gitarre, Maultrommel)

Toti Denaro (Gesang, Percussions, Tamburello)

Emanuelle Mazé (Akkordeon, Klavier)

Nicolo Loro Ravenni (Klarinette, Saxophon)

 

CD-Kritik: VUCCIRIA – „Po‘ tû cuntu“

Die nunmehr dritte CD von Vucciria rund um Toti Denaro und Giuseppe Perna ist eine sehr persönliche Rückkehr zu den eigenen sizilianischen Wurzeln der Bandgründer. Feinsinnige Eigenkompositionen und traditionelle Volksweisen neben temperamentvollen schnellen Rhythmen mit orientalischen Einflüssen entführen auf  „Po‘ tû cuntu“ in eine bunte Welt der regionalen, mythologischen und zwischenmenschlichen Episoden.  Namensgebend für die aktuelle CD ist Peppino Denaro, Urgroßvater Totis und Herausgeber der gleichnamigen sizilianischen Literaturzeitschrift „Po‘ tû cuntu“, die seit dem frühen 20. Jahrhundert sizilianischer Dialektdichtung mehrere Jahrzehnte lang eine Plattform gab. „Po‘ tû cuntu“ ist weit mehr als die reine Ansammlung von Texten sondern ein kultureller Meilenstein – geliebt von einer treuen Leserschaft und angeführt von Peppino, einem begabten Dichter, Seemann und Mythos unter den sizilianischen Dialektdichtern. Wie zeitgemäß und anziehend die Hinwendung zur dialektalen Sprache ist, zeigt auch Vucciria in immer wieder überraschender Form.  In diesen dreizehn neuen Songs stellt die Band, die mit Nicolo Loro Ravenni aus Padua und Emanuele Mazè aus Paris komplett wird, erneut ihre musikalische Vielseitigkeit unter Beweis. „Po‘ tû cuntu“ steht für Heimatverbundenheit und italienisches Lebensgefühl, für literarische und musikalische Tradition vereint mit moderner Kreativität und großem Ideenreichtum.

 

 

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